Archiv der Kategorie 'Islam - Fundierte Berichte'

Ehemaliger Terrorist unterstützt Israel

Walid Shoebat, der als ehemaliges Mitglied des militärischen Flügels der PLO in den 70ern versuchte israelische Soldaten zu lynchen, ist heute einer der besten PR-Leute des jüdischen Staates gegen den palästinensischen Terror. In einem Exklusiv-Interview erklärt er Ynet, daß er dazu erzogen wurde, Juden von seiner Kindheit an zu hassen und Unterstützer Israels wurde, nachdem er die Bibel gelesen hatte.

Übersetzung von Yitzhak Benhorins Former terrorist at Israel’s service

Washington - “Als Kind war ich ein Opfer der Gehirnwäsche. Mir wurden Lieder über das Töten von Juden beigebracht. Heute sehe ich millionen anderer Kinder die in gleicher Weise Opfer einer faschistischen Ideologie sind”, sagt Walid Shoebat zu Ynet.

Shoebat, ein ehemaliger Terrorist aus der Stadt Beit Sahour, der beinahe einen israelischen Soldaten lynchte und Sprengfallen legte, ist heute einer der besten PR-Leute des Staates Israel in den Vereinigten Staaten.

Shoebat ist eine Ein-Mann-PR-Maschine. Er gibt Fernseh- und Radiointerviews, redet überall in den USA und hat sogar schon vier Bücher geschrieben, in denen er seine Vergangenheit als Terrorist mitte der 70er nacherzählt und seinen persönlichen Wandel den er durchlief, als er zum Christentum konvertierte und einer der begeistertsten Predigers gegen den radikalen Islam und für den Staat Israel wurde.

Sein Behauptung, daß es keinen Unterschied zwischen Hamas und al-Qaeda gibt, hat Moslems und Araber erzürnt - in den USA wie in der Westbank.

Amokschütze in Gaza. Kein Unterschied zur al-Qaeda

Als ein Interviewer von der BBC versuchte, zwischen Hamas, “die für legitime Rechte kämpft”, und al-Qaeda, “die einfach gern Leute umbringt”, gibt Shoebat ihm live eine Geschichtsstunde, er nennt den Namen Mustafa Azzam, eines Palästinensers aus Jenin, der Osama bin Ladens geistiger Vater und Inspirationsquelle für radikale Islamisten in der West Bank war. Shoebat sieht Hamas und al-Qaeda als unterschiedliche Erscheinung des radikalen Islam die Christen, Juden und Atheisten ermordet.

Nachkomme eines palästinensischen Kampfführers

Shoebat spricht aus persönlicher Erfahrung. In seiner Jugend in Bethlemehem in den 70ern, war der junge Walid im militärischen Flügel der PLO aktiv. Nachdem er in den 80ern zum Studium in die USA gegangen war, arbeitete er als Vorsitzende palästinensischer Studenten in Chicago, sammelte Gelder zur Finanzierung des palästinensichen Terrors in Israel und Libanon und wurde sogar die Moselmbüderschaft aufgenommen.

“Mein Anwerber in Chicago war der Prediger Jamal Said, der in Illinois immer noch ungehindert umherstreift. Sowas geschieht in Moscheen in ganz Amerika”, sagte er in einem Fernsehinterview.

Walids Großvater, Adullah Ali Awad - er war Beit Sahour mkktar (Dorfchef) und der Kollege von Haj al-Amin Husseini und Abed al-Kader, die palästinensichen Kämpferführer vor der Gründung des Staates Israels - würde sich vermutlich im Grabe umdrehen, wenn er die Worte seines Enkels noch hören könnte.

Shoebats Familie brachte eine Anzahl an Terroristen hervor, von denen einige in Terrorangriffe in den letzten Jahren in Israel involviert waren einschließlich eines Angriffs im Zentrum von Jerusalem. Seine Verwandten können nicht verstehen, wie aus ihrer Familie so ein Verräter kommen konnte.

Shoebat wurde im September 1960 in Bethlehem geboren, hätte aber ebenso gut in den USA zur Welt gekommen sein. Seine Mutter Marilyn ist eine christliche Amerikanerin, die das Heilige Land mit ihrem moslemischen Mann und zwei Brüdern, die damals zwei und fünf Jahre alt waren besuchte. Es war jenseits dessen, was sie sich vorstellen konnte, daß ihr Mann und dessen Famillie die Kinder nicht in die USA zurückkehren lassen würden und daß sie im Mittleren Osten für 35 Jahre gestrandet sein würde. Erst 1994 kehrte sie endlich in die USA zurück.

‘Rahel war eine jüdische Hure’

Er wuchs auf in Beit Sahour, wo man ihm einbleute, daß “Jesus ein palästinensischer Revolutionär” gewesen sei.  Shoebat erzählt, daß “das Unterrichtsmaterial aus Jordanien kam und die Erziehung anti-semitisch war. Meine Lehrer waren al-Azhar Absolventen und Mitglieder der Moslembrüderschaft. Die Schule war in der Nähe von Rahels Grab, aber niemand brachte mir bei, wer Rahel war. Jahre später fragte ich meinen Onkel, der als Kommissar im Erziehungswesen in Bethlehem arbeitete, wie es kam, daß niemand mir sagte, wer Rahel war und er antwortete: ‘Rahel war eine jüdische Hure’.”

In einem CNN-Interview sagt Shoebat, daß er von kleinauf dazu erzogen wurde, Juden zu hassen. “Wenn Du fünf bist, lernst Du die Juden zu hassen. Im Laufe der Jahre lernst Du auch den Holoaust zu leugnen und eine rassistische Ideologie zu verinnerlichen. Nasrallah entschuldigt sich, wenn seine Raketen Araber treffen, aber er entschuldigt sich nicht wenn sie jüdische Kinder treffen.”

Unterstützer von Nasrallah. Entschuldigt sich nur für die Verletzung von Arabern

“Es ist wie wenn man drogensüchtig wird. Zwei israelische in Ramalla Soldaten lynchen und dann stolz das jüdische Blut an den Händen herumzeigen.”

Shoebat, der in einer Atmosphäre des Widerstands gegen die Besetzung aufwuchs, nahm natürlich teil beim Verteilen palästinenscher Fahnen, beim Grafitti Sprühen gegen Israel und Steine Schmeissen gegen israelische Soldaten. Im Mai 1977 wurde er dann für drei Wochen eingesperrt, weil er im Verdacht stand zu Gewalttaten anstachelt zu haben.

Anders als seine Freunde, die ihre Strafe zu ende absitzen mußten, wurde Shoebat nach einer Intervention des US-Generalkonsuls in Jerusalem freigelassen. Dennoch war die Zeit, die er in Gefängnis verbracht hatte, war für ihn eine Erfahrung, die sein Leben ändern sollte, weil er dort die Gelegenheit hatte, andere Terrorgenossen zu treffen. Nach seiner Freilassung holte ihn ein Sprengstoff-Experte namens Mahmoud al-Mugrabi in die höheren Ränge seiner Widerstandsgruppe.

Al-Mugrabi schickte den damals erst sechzehn Jahre alten Shoebat nach Bethlehem, wo er eine Zweigstelle er Leumi-Bank in die Luft jagen sollte. Er nahm also den Bus, um zu dieser Bank zu kommen, doch als er ankam, sah er einige palästinensische Kinder vorbeigehen und statt die Sprengstoffladung innerhalb der Zweigstelle zur Explosion zu bringen, warf er die Bombe auf deren Dach und floh. Die Ladung explodierte zwar, richtete aber keinen echten Schaden an.

“Niedergeschlagen und erschrocken war ich ob meiner Tat”, sagt Shoebat, aber er fügt hinzu, daß er in allem, was er gemacht hatte, den Erwartungen seines Vater und seines moslemischen Umfelds entsprochen hatte: Juden töten und ein ‘Shahid’ werden. Er beteiligte sich weiter bei anderen Aktionen und bei einer Gelegenheit schlugen und stiechen er und seine Freunde auf einen israelischen Soldaten ein. Der Soldat konnte jedoch noch um Hilfe rufen, so daß er von anderen Soldaten gerettet wurde.

Bibel führte zu Veränderung

Es war Shoebats Mutter, die wegen seiner Aktionen um sein Leben fürchtete und 1978 dann durchsetzen konnte, daß ihr Sohn in die Vereinigten Staaten geschickt werden sollte. Möglicherweise hat ihm das sein Leben gerettet. Der Umzug in die USA führte jedoch zu keiner sofortigen Wandlung. Er machte weiter mit seinem Eisatz für die palästinensische Sache und später sammelte er dann Geld für die erste Intifada.

Der Wechsel kam gegen 1993 nachdem er die Bibel gelesen hatte, um seine christliche Frau zum Übertritt zum Islam zu überzeugen. Über sechs Monate hinweg las und studierte er die Bibel und das führte ihn zu der Überzeugung, daß alles, was man ihm über das Judentum zu glauben beigebracht hatte eine Lüge war. Er konvertierte zum Christentum und wurde von einem Judenhasser zu einem leidenschaftlichen Unterstützer des Judentums und Israels.

Überall in den USA und der Welt begann Shoebat in Synagogen und Kirchen Vorträge zu halten, erschien in Fernsehshows und er hielt Vorträge in Universitäten.

Immer wieder haben palästinensische Organisationen in den USA versucht, ihn zu diskreditieren und seine eigene Familie sagt, seine Berichte wären falsch und daß er ein israelischer Agent wäre. Aber keiner von ihnen kann erklären, warum er in Israel eine Unperson ist. “Sie lassen mich nicht nach Israel, weil ich aus Sicht des Staates immer noch ein Terrorist bin”, erklärt er Ynet.

In den letzten Jahren hat Shoebat versucht, eine Einreiseerlaubnis nach Israel zu bekommen, damit er seine Familie  besuchen kann, nur wurde ihm die immer wieder verweigert.

In den USA ist er demgegenüber wegen seiner Vorträge immer gern gesehen und er wurde sogar schon gebeten vor dem Kongress, dem FBI und dem Ministerium für Heimatschutz zu sprechen.

Panik am Vorabend des Menschenrechts-Reviews

Gebäude der Vereinten Nationen in GenfNachdem sich nun schon am 28. März 2008 gezeigt hat, daß die Menschenrechte einigen Länderdelegationen im UN Menschenrechtsrat wirklich am Hosenboden vorbeigehen, solange man sie nicht in ihr Gegenteil verkehren kann, berichtet die Human Rights Tribune jetzt davon, wie es bei dem auf vier Jahre veranschlagten Projekt zur Überprüfung der Menschenrechtssituation aller 192 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen so zugeht. Der Artikel von Carole Vann ist es wert, einschließlich der Gegendastellung an dessen Ende vollständig übersetzt zu werden:

 

 

Panik am Vorabend des Menschenrechts-Reviews

7. April 08: - Sechzehn Länder bereiten sich am Montag für den Universal Periodic Review (UPR) vor. Sie sorgen sich um Kinderkrankheiten, die diesen neuen Mechanismus plagen könnten. Am Anfang der Liste steht Bahrain, das mit einer 27 Mann starken Delegation anreist.

Carole Vann/Human Rights Tribune - Das erste mal in der Geschichte der UN werden die Mitgliedsstaaten, einer nach dem anderen, anhand ihrer Menschenrechts-”Akte” untersucht. Die Eröffnungssitzung zum UPR, der großen, neuen Sache beim Menschenrechtsrat beginnt diesen Montag.

Über zwei Wochen hinweg werden 16 Delegationen - Bahrain, Ecuador, Tunesien, Marokko, Indonesien, Finland, das Vereinigte Königreich, Indien, Brasilien, die Philipinen, Algerien, Polen, die Niederlande, Südafrika, die Tschechische Republik und Argentinien - von den 47 Ratsmitgliedern überprüft. Ein von vielen gezogenes Dreigespann von Diplomaten aus drei Ländern ist dafür verantwortlich, daß die Überprüfungen im Laufe der Zeit einfacher werden und für das zu überprüfende Land eine Berichtsakte zur Situation der Menschenrechte verfaßt wird.

In den letzten paar Tagen fegte jedoch eine gewisse Panik durch die UN. Eigentlich sollte dieses neue Verfahren die Defizite der früheren Menschenrechtskommission beheben, indem an jedes Land der gleiche Maßstab gelegt werden sollte, aber die Verwirrung über die einzelnen Verfahrensschritte ist total.

Am Freitag wurde dem Präsidenten des Menschenrechtsrates Doru Costea ein Brief mit den Unterschriften afrikanischer und arabischer Nationen und denjenigen der Organisation Islamischer Staaten (OIC) überreicht, in dem sie fordern, daß jeder Verfahrensschritt im voraus genau festgeschrieben soll und daß die Sitzungen nicht gefilmt werden sollen, trotzdem sie ja öffentlich sein sollten.

Ein Notfallsitzung wurde abgehalten. Wichtig zu wissen ist, daß die gefilmten Sitzungen ein wichtiges Hilfmittel für kleinere Länder darstellen, wenn sie nicht über die Geldmittel verfügen, Diplomaten in den Rat zu entsenden. Doru Costea erklärte hinsichtlich des Verfahrens, daß es unmöglich sei, alle im voraus vorherzusehen und daß es ein bis zwei Jahre dauern würde, bis man herausgefunden hätte, worauf es bei Überprüfung ankäme.

Einige NGOs glauben jedoch, daß diese stürmische Debatte einen neuen Versuch einiger Länder darstellt (und zwar den gleichen Ländern, die den Sonderberichterstatter loswerden wollen), um alles zu schwächen, was Einblick in die dort begangenen Menschenrechtsverletzungen geben könnte.

Die ersten Länder, die dieser Überprüfung unterzogen werden, sind die am meisten besorgten. Ganz an der Spitze ist dabei Bahrein, in dessen 27 Mann starker Delegation mehrere Minister der Regierung zu finden sind. Menschenrechtsaktivisten und die Regierungsopposition sind ebenfalls stark vertreten, um die Menschenrechtsverletzungen in ihrem Land zu verurteilen.

Doch die Vertreter der sieben NGOs aus Bahrein, vereint in der International Federation of Human Rights, erlebten eine böse Überraschung, als sie am Freitag die Mitglieder der Troika - Slowenien, Großbritannien und Sri Lanka - treffen wollten, die mit der Untersuchung ihres Landes beauftragt waren.

“Wir waren schockiert, als der Ratspräsident Herr Costea uns sagte, daß wir eine Genehmigung unserer Regierung bräuchten” erklärte Nabil Rajab, Vizepräsident des Zentrums für Menschenrechte in Bahrain. “Ein Land wie das unsere wird da niemals zustimmen!”. Auch wenn sie es schaffen würden, ihren eigenen Bericht zu überreichen, würden sie es nicht schaffen, die drei Länder, die für die Überprüfung ihrer Regierung verantwortlich sind, zu treffen. Sie erfuhren jedoch, daß “fake NGOs” sich mit der Troika am Montag vor der Überprüfung treffen würden, weil diese eine Zulassung von der Delegation aus Bahrain erhalten haben.

Gegendarstellung: Doru Costea hält NGOs nicht davon ab, Delegationen zu treffen

Bezüglich des Artikels “Unsicherheit vor dem großen Ländertest” der am 7. April in der Human Rights Tribune und in Le Temps erschien, möchte der Präsident des Menschenrechtsrates Doru Costa klarstellen, daß er den Menschenrechtsaktivisten aus Bahrain nie gesagt hat, sie bräuchten eine Erlaubnis ihrer Regierung, um die Delegationen der Troika, die ihr Land überprüfen, zu treffen.

Doru CosteaDiese Gegendarstellung ist von Herrn Costea als Entgegnung auf die Aussage von Nabil Rajab, Vizepräsidenten des Zentrums für Menschenrechte in Bahrain gedacht, der gegen Ende des Artikels sagte: “Wir waren schockiert, als der Ratspräsident Herr Costea uns sagte, daß wir eine Genehmigung unserer Regierung bräuchten”. In jedem Fall schafften es die Verteidiger der Menschenrechte aus Bahrain nicht, die Mitglieder der Troika zu treffen, bevor die Untersuchung begann. War es also die Regierung von Bahrain oder die Troika-Delegierten, die Einspruch dagegen erhoben?

Carole Vann

Wieder mal gegen Israel

Theoretisch hätte der im März 2006 gegründete UN Menschenrechtsrat die Fehler ihres bis zum absurden befangenen Vorgängers der Menschenrechtskommission beheben sollen. Diese nun nicht mehr bestehenden Kommission, die zu ihren Mitgliedern so großartige Vorkämpfer in Sachen Menschenrechte wie China, Simbabwe, Saudi-Arain, Syrien und sogar den Sudan zählte, war die meiste Zeit damit beschäftigt Israel wegen seiner vorgeblichen Verbrechen gegenüber den Palästinensern zu kritisieren, während sie die von ihren eigenen Mitglieder begangenen wirklichen Verbrechen gegen Menschlichkeit bequemerweise übersah.

Leider, wenn auch nicht unerwartet, schlug der UN Menschenrechtsrat den selben Weg ein: Am Ende seines ersten Jahrs des Bestehens hatte dieser Rat neun Resolutionen verabschiedet, die Israel verurteilten - und sich ansonsten gegen kein anderes Land ausgesprochen. Im Juni 2006 beschloß es einmütig einen speziellen Berichterstatter zum israelisch-palästinensischen Konflikt zu berufen; vorangetrieben durch eine Resolution der (Überraschung, Überraschung) Organisation Islamischer Staaten (OIC). Später in diesem Jahr wird Richard Falk diesen Posten übernehmen.

Herr Falk kommt zu seiner Arbeit mit einem entschlossenen Vorurteil gegenüber Israel. Wiederholt kritisierte er den jüdischen Staat in seinen Veröffentlichungen dafür, einen, wie er es nennt, “Holocaust” an den Palästinensern zu begehen. Im Jahre 2007 veröffentlichte er sogar eine Schrift mit dem Titel “Verschorfung in Richtung eines palästinensischen Holocaust”.

Als er seine harten Worte gegenüber Israel kürzlich erklärte, sagte Herr Falk, “wenn es eine derartige Situation etwa bei der Behandlung Tibets durch China oder Darfurs durch die sudanesische Regierung gegeben hätte, denke ich, daß man nicht gezögert hätte, diesen Vergleich anzustellen.” Nun werfen diese Beispiele freilich lediglich einen Schlaglicht auf den einmaligen Wahnwitz des Menschenrechtsrats gegenüber Israel. In Darfur starben Hunderttausende und die Tibeter in China leben seit Jahrzehnten mit den Stiefeln aus Peking in ihrem Nacken. Dennoch wurden diese beiden Fälle vom einzig mit Israel beschäftigten Menschenrechtsrat weitestgehend übersehen.

Herr Falk ist der lebende Beweis dafür, was viele schon lange gewußt haben: Die “Vereinten Nationen” und die “Menschenrechte” sind gegensätzliche Begriffe.

Übersetzung von The Post editorial board on the United Nations Human Rights Council: Going after Israel (again)

Deutschland wird planvoll islamisiert

Die DITIB - eine türkische Kolonialverwaltung

In der Diskussion über die Ausbreitung des Islam in Deutschland fällt häufig der Name einer Organisation namens Ditib, die als machtvolle Vertretung türkisch-islamischer Interessen in Erscheinung tritt. - Ditib - ist eine Abkürzung für Diyanet Isleri Türk Islam Birgili und bedeutet soviel wie Türkisch-islamische Union des Amtes für religiöse Angelegenheiten. Der Etat dieses Amtes ist nach dem Militärhaushalt der größte Posten im türkischen Haushalt (Necla Kelek in einem Interview mit der Zeitschrift Cicero). Die unauflösliche Verbindung zwischen Religion und Staat in der Türkei wird dadurch sehr deutlich.

Weiterlesen »

Djihad und Dhimmitude

Warum der Scharia-Islam gegen die Menschenrechte steht

Sklaverei und Menschenrechte

Auszüge (gekürzt) aus einem Essay von Egon Flaig, Professor für Alte Geschichte am Insititut für Altertumswissenschaften in Greifswald

Die Menschenrechte sind entstanden im Kampf um die Abschaffung der Sklaverei. Nur in der europäischen Kultur wurde die Sklaverei abgeschafft. Nur hier gab es einen grundsätzlichen, radikalen Abolitionismus. Nur hier konnten die Menschenrechte entstehen.
Die fundamentale Voraussetzung der Menschenrechte ist die Gleichheit aller Menschen von Natur. Das war für den Großteil der griechischen und römischen Antike selbstverständlich; und auch einige der großen Weltreligionen beruhen darauf. Doch diese fundamentale Voraussetzung – die von Natur gegebene Gleichheit aller Menschen – reicht alleine nicht; denn sie schützt nicht vor Sklaverei. Man konnte die Sklaverei begründen durch Kriegsrecht oder durch die religiöse Minderwertigkeit von Ungläubigen. Erst wenn man dem Menschen Rechte zuspricht, die er als Mensch hat, unveräußerliche, dann haben wir die Türe aufgetan zu den Menschenrechten.
Die einzige Kultur der Welt, die die Sklaverei radikal und grundsätzlich abgeschafft hat, ist die westliche – also die europäisch-christliche Kultur. Im Osten des Römischen Reiches hätte eine christliche Minorität in Ostanatolien und Teilen Armeniens beinahe die Sklaverei zum Verschwinden gebracht, im 4. Jahrhundert n. Chr. . Das ist der früheste politisch aktive Abolitionismus der Weltgeschichte. [...]

Die entscheidende Wende kam, als die Spanier Teile Amerikas eroberten und ihr Kolonialreich aufbauten. Einige Konquistadoren versklavten massenhaft Indianer, um sie als Arbeitskräfte zu gebrauchen. Viele Rechtsgelehrte, darunter auch kirchliche, hielten das für illegitim. Als sich die Debatte verschärfte, erließ Papst Paul III. 1537 eine Bulle, in welcher er jegliche Versklavung von Menschen untersagte, egal wo. Es war schwierig, dieser Bulle Geltung zu verschaffen; der spanische König reagierte scharf gegen sie. Zwar gingen die Versklavung en in Amerika zurück; aber dafür kauften die Spanier nun massenhaft Afrikaner. Sie konnten darauf hinweisen, dass sie ja diese Menschen nicht selbst versklavt hatten. Das hatten afrikanische Kriegerethnien und vor allem die moslemischen Emirate der Sahelzone besorgt. Diese versklavten Afrikaner schon seit 700 Jahren. Die Debatte entbrannte erneut; und als der Dominiker Las Casas sich wieder einmal vehement gegen die Versklavung der Indianer aussprach, formulierte er zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit die Idee der „Menschenrechte“. 1552 schrieb er, die Sklaverei verstoße gegen die „reglas de los derechos humanos“ (Regeln der Menschenrechte). Dieser Las Casas bereute wenig später, dass er 30 Jahre zuvor empfohlen hatte, schwarze Sklaven zu kaufen, um die Indianer zu schonen. Nun generalisierte er seine Forderung: Es war ein Verbrechen, Menschen überhaupt zu versklaven. Der Begriff der Menschenrechte ist also ein spanisches Produkt, formuliert im Abwehrkampf gegen das entstehende sklavistische System in den Kolonien, einem Kampf, der von christlichen Minderheiten getragen wurde – gegen die Kirchenhierarchien und gegen den Hauptstrom der „großen Philosophie“ in der frühen Neuzeit.

Einen solchen Kampf gegen die Sklaverei – prinzipiell und trotz aller Rückschläge 300 Jahre lang konsequent geführt, hat es nur einmal gegeben in der Geschichte der Menschheit, nämlich in der europäischen Kultur. Ein solcher Kampf war undenkbar unter der Herrschaft des Islam. Warum?

Weil der Scharia-Islam den Krieg gegen die Ungläubigen zur politischen Hauptaufgabe der moslemischen Gemeinschaft gemacht hat. Und dieser Krieg beinhaltet: a) zu töten, wer Widerstand leistet, b) zu versklaven, wer sich nicht rechtzeitig ergibt, c) zu unterjochen, wer sich rechtzeitig ergibt. Mit dem Djihad und diesen drei Zielen des Djihad, hatte der Scharia-Islam nicht die geringste Chance, jemals „Menschenrechte“ zu entwickeln.

Weiterlesen »

Die dritte Angriffswelle auf Europa rollt

In den Augen fanatischer Muslime ist der Krieg gegen die Christenheit und Europa in eine neue Phase getreten. Die entscheidende Frage lautet: Wird der Islam den Westen erobern oder erliegt er am Ende der Verlockung der Freiheit?

In den Augen einer fanatischen und entschlossenen Minderheit von Muslimen hat die dritte Angriffswelle auf die Christenheit und Europa begonnen. Die erste Welle ist auf den Anfang des Islam zu datieren, als der neue Glaube von der Arabischen Halbinsel, wo er geboren wurde, auf den Nahen Osten und darüber hinaus überschwappte. Damals eroberten die Muslime Syrien, Palästina, Ägypten und Nordafrika – die damals alle noch zur christlichen Welt gehörten – und überschritten die Grenze nach Europa. Dort eroberten sie einen beachtlichen Teil Südeuropas, Spanien, Portugal und Süditalien inbegriffen, die alle Teil der islamischen Welt wurden, und sie überquerten sogar die Pyrenäen und besetzten eine Zeit lang Teile von Frankreich.

Die zweite Angriffswelle wurde nicht von Arabern und Mauren durchgeführt, sondern von Türken und Tataren. In der Mitte des 13.Jahrhunderts wurden die mongolischen Eroberer Russlands zum Islam konvertiert. Die Türken, die schon Anatolien erobert hatten, rückten nach Europa vor, und 1453 besiegten sie die alte christliche Zitadelle Konstantinopel. Sie eroberten einen Großteil des Balkans und regierten eine Weile halb Ungarn. Zweimal marschierten sie sogar bis nach Wien, das sie 1529 und dann wieder 1683 belagerten. Muslimische Korsaren aus Nordafrika erreichten Island – die äußerste Grenze – und verschiedene Orte in Westeuropa; das schloss einen bemerkenswerten Überfall auf Baltimore ein (das ursprüngliche, das in Irland liegt).

Terror und Einwanderung

Die dritte Angriffswelle nimmt eine andere Form an: Terror und Einwanderung. Das Thema „Terror“ ist oft und in vielen Details erläutert worden, ich möchte mich hier dem anderen Aspekt zuwenden, der für Europa heute größere Relevanz besitzt: der Einwanderung. Früher war es undenkbar, dass ein Muslim freiwillig in ein nicht muslimisches Land geht. Muslimische Juristen haben in den Lehr- und Vorschriftsbüchern der Scharia ausführlich darüber debattiert, ob es für einen Muslim gestattet sei, in einem nicht muslimischen Land zu leben oder es auch nur zu besuchen. Dies wurde unter verschiedenen Aspekten beleuchtet. Ein Verschleppter oder Kriegsgefangener hat offenkundig keine Wahl – aber er muss seinen Glauben bewahren und so bald wie möglich heimkehren. Der zweite Fall ist der eines Ungläubigen im Lande der Ungläubigen, der das Licht sieht und den wahren Glauben annimmt – der, anders gesagt, Muslim wird. Auch er muss das Land der Ungläubigen möglichst schnell verlassen und in ein muslimisches Land gehen. Der dritte Fall ist der eines Besuchers. Lange Zeit galt als einzig legitimer Grund für den Besuch eines nicht muslimischen Landes die Auslösung von Gefangenen. Später wurde dies um diplomatische Missionen und Geschäftsbesuche erweitert.

Wir haben es nicht nur mit einer anderen Religion zu tun, sondern auch mit einer anderen Vorstellung dessen, womit sich die Religion beschäftigt; gemeint ist damit speziell die Scharia, das heilige Gesetz des Islam. Die Scharia befasste sich mit einem weiten Feld von Angelegenheiten, die in der christlichen Welt sogar im Mittelalter als säkular galten, und das gilt heute umso mehr in der sogenannten postchristlichen Epoche der westlichen Welt. Offenkundig gibt es heute viele Attraktionen, die Muslime nach Europa ziehen: unter anderem Arbeit und auch die Angebote des Wohlfahrtsstaates, besonders wenn man die wachsende ökonomische Verarmung in der muslimischen Welt bedenkt. In Europa haben die Muslime auch die Freiheit der Meinungsäußerung und der Bildung, die ihnen zu Hause fehlt. Nebenbei: Dies ist ein großer Anreiz für Terroristen, die emigrieren. Terroristen haben in Europa – und bis zu einem gewissen Grad in Amerika – eine viel größere Freiheit, Anschläge zu planen und auszuführen als in den meisten islamischen Ländern.

Inwiefern ist es für muslimische Einwanderer, die sich in Europa, Nordamerika und anderswo niedergelassen haben, möglich, Teil dieser Länder zu werden, wie so viele Einwandererwellen vor ihnen? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir uns den fundamentalen Unterschieden zuwenden, was genau mit Assimilation und Anerkennung gemeint ist. Hier besteht eine deutliche und offensichtliche Differenz zwischen Europa und Amerika. Damit ein Einwanderer Amerikaner wird, muss er nur seine politische Loyalität ändern. Damit er Franzose oder Deutscher wird, muss er seine ethnische Loyalität ändern. Ersteres ist viel einfacher und praktischer, als wenn man seine ethnische Loyalität wandeln muss: sowohl, was die eigenen Gefühle als auch, was das Maß der Akzeptanz durch die anderen betrifft. (England praktizierte eine Sowohl-als-auch-Lösung. Durch die Naturalisierung wurde man Brite, aber kein Engländer.)

Radikale Muslime finden in Europa Verbündete

Wie reagieren die Europäer auf diese Situation? In Europa wie in den Vereinigten Staaten ist eine häufige Antwort Multikulturalismus und Political Correctness gewesen. In der islamischen Welt erlegt man sich keine solchen Zurückhaltungen auf. Man ist dort sehr identitätsbewusst. Muslime wissen, wer und was sie sind und was sie wollen – eine Eigenschaft, die wir großteils verloren zu haben scheinen. Den radikalen Muslimen ist es gelungen, in Europa Verbündete zu finden. Nach links üben sie eine Anziehungskraft auf die antiamerikanischen Segmente in Europa aus, für die sie sozusagen die Sowjetunion ersetzt haben. Nach rechts üben sie eine Anziehungskraft auf die antijüdischen Segmente in Europa aus, für die sie die Achsenmächte ersetzen. Es ist ihnen gelungen, unter beiden Flaggen beachtliche Unterstützung zu gewinnen. Für einige Leute in Europa ist der Hass offenbar stärker als ihre Loyalität.

Eine interessante Ausnahme macht Deutschland, wo die meisten Muslime Türken sind. Hier neigten sie häufig dazu, sich mit den Juden gleichzusetzen, sich also selbst als Nachfolger der Juden zu sehen, die heute Opfer des deutschen Rassismus und der Verfolgung würden. Ich erinnere mich an ein Treffen in Berlin, bei dem über die neuen muslimischen Minderheiten in Europa debattiert werden sollte. Abends lud mich eine Gruppe von Türken ein, zuzuhören, was sie darüber zu sagen hatte; es war sehr interessant. Der Satz eines dieser Türken, der mir am lebendigsten im Gedächtnis geblieben ist, lautete: „Die Deutschen waren unfähig, in tausend Jahren 400.000 Juden zu akzeptieren. Wie groß ist die Hoffnung, dass sie zwei Millionen Türken akzeptieren werden?“ Einige Türken in Deutschland machen davon sehr geschickt Gebrauch, um mit deutschen Schuldgefühlen herumzuspielen, damit effektive Maßnahmen zum Schutz der deutschen Identität verhindert werden – die, wie andere in Europa, mehr und mehr gefährdet wird.

Einige Worte zur Toleranz: Als die Muslime nach Europa kamen, hatten sie eine gewisse Erwartung von Toleranz. Sie dachten, sie hätten ein Recht auf wenigstens denselben Grad an Toleranz, den sie den Nichtmuslimen in den großen islamischen Imperien der Vergangenheit gewährt hatten. Als sie nach Europa kamen, erhielten sie sowohl mehr als auch weniger, als sie erwartet hatten. Sie bekamen in dem Sinne mehr, dass ihnen theoretisch und häufig in der Praxis dieselben politischen Rechte zugestanden wurden, gleicher Zugang zu allen Berufen, alle Segnungen des Wohlfahrtsstaates, Freiheit der Meinungsäußerung und so weiter.

Aber sie bekamen auch deutlich weniger, als sie selbst in den traditionellen islamischen Ländern gewährt hatten. Im Osmanischen Reich etwa hatten die Nichtmuslime abgesonderte Organisationen und kümmerten sich um ihre eigenen Angelegenheiten. Sie trieben ihre eigenen Steuern ein und setzten ihre eigenen Gesetze durch. Es gab verschiedene christliche Gemeinschaften, von denen jede unter ihrer eigenen Führung lebte und vom Staat anerkannt war. Diese Gemeinschaften unterhielten ihre eigenen Schulen und Bildungssysteme und kümmerten sich um Eheschließungen, Scheidungen, Erbschaftsangelegenheiten nach ihren eigenen Traditionen. Das Gleiche galt für die Juden.

Das bedeutete, dass drei Männer in derselben Straße sterben konnten, und ihre Hinterlassenschaft wurde nach drei verschiedenen Rechtssystemen aufgeteilt, wenn einer zufällig Jude, einer Christ und einer Muslim war. Ein Jude konnte von einem rabbinischen Gericht verurteilt werden, wenn er den Sabbat verletzt oder am Jom Kippur gegessen hatte. Ein Christ konnte verhaftet und ins Gefängnis gesteckt werden, wenn er eine zweite Frau geheiratet hatte. Bigamie ist ein christliches Vergehen; sie ist kein muslimisches oder osmanisches Vergehen. Diesen Grad von Unabhängigkeit in ihrem gesellschaftlichen Leben und ihrer Rechtsprechung haben muslimische Einwanderer im modernen Staat nicht. Es ist ziemlich unrealistisch von ihnen, dies zu erwarten, wenn man die Natur des modernen Staates bedenkt, aber so sehen sie das nicht. Ein muslimischer Freund von mir in Europa formulierte es so: „Wir haben euch erlaubt, die Monogamie zu praktizieren, warum erlaubt ihr uns nicht, die Polygamie zu praktizieren?“

Solche Fragen – vor allem die der Polygamie – bringen wichtige praktische Probleme mit sich. Soll es einem Einwanderer, der nach Frankreich oder Deutschland kommt, nicht gestattet werden, seine Familie mitzubringen? Aber woraus besteht genau seine Familie? Immer häufiger verlangen Muslime, mehrere Frauen mitzubringen, und es wird ihnen auch gestattet. In der Frage der Stellung der Frau unterscheiden sich Christentum und Islam sehr voneinander. Tatsächlich ist dies einer der wichtigsten Unterschiede zwischen beiden Gesellschaften gewesen.

Muslimische Einwanderer haben Glut und Überzeugung

Wo stehen wir heute? Ist die dritte Welle erfolgreich? Das ist gar nicht ausgeschlossen. Muslimische Einwanderer haben einige klare Vorteile. Sie haben Glut und Überzeugung, die in den meisten westlichen Ländern entweder schwach sind oder ganz fehlen. Sie sind überzeugt von der Gerechtigkeit ihrer Sache, während wir viel Zeit damit verbringen, uns selbst zu erniedrigen. Sie verfügen über Loyalität und Disziplin und – was vielleicht am wichtigsten ist – sie haben die Demografie auf ihrer Seite. Die Kombination von natürlicher Vermehrung und Einwanderung, die enorme Umschichtungen in der Bevölkerungsstruktur hervorbringt, könnte in absehbarer Zukunft zu signifikanten Bevölkerungsmehrheiten in wenigstens einigen europäischen Städten, vielleicht sogar Ländern führen.

Aber die westlichen Demokratien haben auch ein paar Vorteile – die wichtigsten davon sind Wissen und Freiheit. Die Anziehungskraft modernen Wissens auf eine Gesellschaft, die in der ferneren Vergangenheit über eine echte Tradition von gelehrten Errungenschaften verfügt, liegt auf der Hand. Die Muslime sind sich klar und schmerzhaft der Tatsache bewusst, dass sie im Verhältnis zu uns zurückgeblieben sind, und sie heißen die Chance willkommen, das zu korrigieren. Weniger offenkundig, aber nicht weniger mächtig ist die Anziehungskraft der Freiheit. In der Vergangenheit wurde das Wort Freiheit in der islamischen Welt nicht im politischen Sinn benutzt. Freiheit war ein juristischer Begriff: Frei war man, wenn man kein Sklave war. Muslime verwendeten Freiheit und Sklaverei nicht als Metaphern für schlechte und gute Regierungssysteme, wie wir es in der westlichen Welt schon seit Langem tun. Die Begriffe, um gute und schlechte Regierungssysteme zu bezeichnen, sind Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit. Eine gute Regierung ist eine gerechte Regierung, in der das heilige Gesetz mitsamt seinen Begrenzungen der Souveränität strikt durchgesetzt wird. In der Theorie – und bis zum Beginn der Modernisierung auch zu einem großen Maß in der Praxis – weist die islamische Tradition die Despotie und Willkürherrschaft emphatisch zurück. „Unter der Gerechtigkeit leben“ ist die größte Annäherung an das, was wir Freiheit nennen.

Aber die Idee der Freiheit nach westlicher Auslegung macht Fortschritte. Sie wird immer besser verstanden, immer mehr geschätzt und immer stärker begehrt. Auf lange Sicht ist sie unsere beste Hoffnung, vielleicht sogar unsere einzige Hoffnung, um in dem Kampf zu bestehen, der sich gerade entwickelt.

Artikel von Bernard Lewis, übersetzt von Hannes Stein. Bis 1986 lehrte der 90-jährige britische Historiker und Islamwissenschaftler an der Princeton University in den USA.

Quelle: Welt Online, 14.12.2007

Die Psychopathologie der Islamisten

Zur Psychopathologie des Islamisten

Von Christian Knoop und Thomas von der Osten-Sacken*

„Ein Freund von mir wurde bei einem Angriff (der amerikanischen Armee auf Falluja, Anm. d. Verf) verletzt. Man brachte ihn ins Krankenhaus. Als er seine Augen öffnete, sah er eine wunderschöne Frau. Er lächelte und dankte Gott, dass er nun endlich ein Märtyrer geworden sei und als Dank eine heilige Jungfrau erhalten hatte. Dann aber stellte er fest, dass er noch immer lebte und begann zu weinen.“
Geschichte eines tunesischen Kämpfers von Zarkawis „Monotheismus und Jihad“ in Falluja(1)

„Jede irakische Mutter muss ihrem Kind beibringen wie man schießt, kämpft und heldenhaft stirbt.“
Die staatseigene irakische Zeitung Al-Jumhurriyah 1991
Nachdem die Bilder des islamistischen Massakers von Beslan um die Welt gingen, schrieb der Intendant des arabischen Satellitensenders Al Arabiya, dass zwar nicht alle Muslime Terroristen seien, wohl aber alle Terroristen Muslime. In Abwandlung dieser Feststellung ließe sich auch sagen, dass keineswegs alle Männer in der islamischen Welt zum djihadistischen Martyrium neigen, wohl aber nur in islamischen Ländern dieses Massenphänomen auftritt und sich immer gewaltsamer äußert.

Auch der holländische Filmemacher Theo van Gogh fiel dem islamistischen Terror zum Opfer, weil er gewagt hatte, den Islam öffentlich zu kritisieren. „Ein Mensch ist wegen seiner Meinung auf grausame Weise zu Tode gebracht worden. Für die Niederlande ist so etwas ziemlich neu. In islamischen Ländern ist es Normalität,“ schrieb daraufhin aus ihrem Versteck Ayaan Hirsi Ali(2), die Co-Autorin des Filmes „Submission“, dessen Ausstrahlung van Gogh das Leben gekostet hatte.(3)

Denn dieser Film(4) verletzt eindeutig jene viel zitierte arabisch/islamische Ehre, die hierzulande immer dann als Handlungsmotiv in Stellung gebracht wird, wenn sich in israelischen Schulbussen oder auf irakischen Marktplätzen Suicide Bomber in die Luft sprengen. Angesichts der Bilder von mißhandelten gefangenen Männern durch weibliches Personal der US-Armee in Abu Ghraib erklärte die Süddeutsche Zeitung etwa, bei den Bildern handle es sich um eine „Schmach, die nur mit Blut abgewaschen werden könne.“(5)

Auch Van Goghs „Verbrechen“, das mit Blut gesühnt werden musste, bestand in schandhaftem Verhalten, er hatte das Private öffentlich gemacht, indem er jene Gewalt thematisierte, die weitverbreitetes Merkmal des islamischen Geschlechterverhältnisses ist und sich in Form von Ehrtötungen, Genitalverstümmelungen, Zwangsheirat, Ausschluss aus dem öffentlichen Leben, und Schleierzwang gegen Frauen richtet. Nur ist diese tägliche Gewalt, anders als die Märtyreraktionen von Suicide Bombern oder die Massaker an “Ungläubigen” und „Kollaborateuren“ nicht für Zuschaustellung oder mediale Verwertung bestimmt, sondern findet im verborgenen Bereich des Familiären statt.
Die strenge Trennung zwischen Öffentlichkeit und Privatem in der islamischen Welt ist keineswegs zu vergleichen mit dem in der westlichen Hemisphäre bekannten Konzept von Privatsphäre, die sich im Wechselverhältnis Arbeit/Freizeit als Organisationsprinzip kapitalistischer Produktionsverhältnisse herausgebildet hat.
Da sich entsprechende Verhältnisse in der islamischen Welt nicht oder nur äußerst rudimentär entwickelt haben, definiert sich die strikte Trennung Öffentlich/Privat im Islam entlang geschlechtlicher Merkmale: „In den männlichen Raum der Religion und Politik sowie den weiblichen Raum der Sexualität und Familie.“(6)

In beiden Räumen sieht sich der islamische Mann ununterbrochen herausgefordert seine Ehre zu erhalten und zu verteidigen. Nach außen, im öffentlichen Raum gegen eine Unzahl – meist imaginierter – Feinde, im privaten gegen die Dämonen weiblicher (besser: nicht-männlicher) Sexualität und Triebhaftigkeit.
Die eigene Ehre der Familie, des Clans und in umfassenderem Sinne der islamischen Gemeinschaft Umma, stellt das höchste zu beschützende Gut dar, das ein Mann zu bewahren hat. Sie ist genauestens geregelt und definiert und ihre Verletzung wird nicht von inneren Instanzen, wie dem Gewissen angezeigt, sondern von der Gemeinschaft, die über konformes Handeln entscheidet. Ehrhaftigkeit ist also nicht Teil eines ins Über-Ich übernommenen Wertekanons, sondern wird kollektiv und entlang koranischer, als unmittelbar von Gott stammenden Vorschriften und Regeln vermittelt.
Diese Regeln unterscheiden sich in vielen Aspekten von den in den anderen monotheistischen Religionen tradierten. Am sinnfälligsten zeigt sich dies im Fehlen eines koranischen Tötungsverbotes; anders als im Christentum oder Judentum verbietet der Islam nicht prinzipiell das Töten anderer Menschen, sondern legt fest, in welchen Fällen das Töten erlaubt ist. So können auch heute unzählige Fatwas verabschiedet werden, die selbst das Töten von Kleinkindern, ja schwangeren Frauen gutheißen oder gar zur Pflicht erheben.(7) Viele der Massaker, die in der islamischen Geschichte Legion sind, verstießen keineswegs gegen religiöse Vorschriften und brauchten deshalb weder verheimlicht noch zumindest gerechtfertigt werden. Im Gegenteil, nicht erst Diktatoren wie Saddam Hussein bekannten sich offen zu einem Großteil ihrer Bluttaten und benannten einige sogar nach Suren aus dem Koran.(8) Denn „in keiner anderen (…) Religion findet sich die geheiligte Legitimation von Gewalt als Wille Gottes (…), wie sie der Islam als integralen Bestandteil seiner Ideologie im Koran kodifiziert und in der historischen Praxis bestätigt hat.“(9)
Gegner des Tötens hätten im Islam keinen Platz erklärte treffend der oberste Richter des Iran Ayatalloh Kalkali. „Unser Prophet tötete mit seinen eigenen Händen. Ist Blutvergießen für den Bestand unseres Glaubens vonnöten, sind wir da, unsere Pflicht zu erfüllen.“(10)

Nicht das Gewissen (Christentum) oder das Gesetz (Judentum), sondern schariatische Regeln, die Pflicht im Sinne Kalkalis, bestimmen, was als richtig und falsch, erlaubt und verboten zu betrachten ist.
Entsprechend bedeutet Schande das Scheitern gesellschaftlich konformen Verhaltens. In arabischen Sprichwörtern rationalisiert sich dieses offensichtliche Fehlen einer internalisierten Kontrollinstanz: „Wo du nicht bekannt bist, tue was du willst“ und „Eine verborgene Schande ist zu zwei Dritteln vergeben“. Schande droht deshalb dem Mann erst, wenn nonkonformes Verhalten auch öffentlich ruchbar wird.
Durch die absolute – und heute zumindest noch nominelle – Oberherrschaft der Familie in ihrer Clanstruktur in arabischen Gesellschaften spielt es keinerlei Rolle, welches Mitglied der Familie oder Sippe eines schändlichen Verhaltens „überführt“ wird, es trifft alle. Die Familienehre muss durch Handeln, durch Auslöschen der eigenen Nonkonformität wiederhergestellt werden. Da Ehre etwa äußerliches ist, gibt es kein Äquivalent zur christlich vermittelten Buße, kein Ritual gliedert denjenigen, der die Ehre beschmutzt hat wieder in die Gemeinschaft ein, nur Tod oder Verstoßung können die Ehre wieder herstellen.

Öffentlich und privat

Anders also als im Zivilisationsprozess in der westlichen Hemisphäre, der Freud zufolge vor allem als Sublimierung und Internalisierung äußerer Zwänge ablief, bleiben Ge- und Verbote in der islamischen Welt vornehmlich äußerlich. Das Kollektiv befindet anhand eines Sets von Normen, ob etwa eine Ehrverletzung vorliegt. Wer sich dann dem Willen der Gemeinschaft nicht beugt – und oft genug erklären Männer, die Ehrmorde durchgeführt haben, dass sie persönlich nicht von der Schuld der oder des Getöteten überzeugt waren(11), sondern aufgrund äußeren Zwanges handelten – droht selbst verstoßen zu werden. Instanzen, die nicht der Willkür einzelner unterliegen, sind bestenfalls rudimentär ausgebildet, im Bereich des Privaten verzichtet sogar im Extremfall der Staat auf sein Gewaltmonopol. So legalisierte etwa der irakische Staat 1988 Ehrtötungen an Frauen(12) und überließ damit den männlichen Familienangehörigen zugleich die Entscheidungshoheit, wann ihre Ehre verletzt sei.
Definiert sich nämlich im öffentlichen Raum Ehre durch Stärke, Kampfeskraft und Herrschaft, so sind im Privaten ausgerechnet die als unrein und sündig angesehen Frauen „Gefäße“ oder Träger dieser Ehre, ohne aktiv als handelnde ihre Ehre verteidigen oder wahren zu können. Da Frauen als passiv wahrgenommen werden, sind sie aus der handelnden Gemeinschaft, in den Worten Fatima Mernissis, sogar aus der Menschheit ausgeschlossen: „Die Botschaft des Islam (…) geht davon aus, dass die Menschheit nur aus Männern besteht. Die Frauen stehen außerhalb der Menschheit und sind sogar eine Bedrohung für sie.“(13)
Ehrverletzendes Verhalten, das im Privaten dann auftritt, wenn männliche Kontrollinstanzen versagen (hierzu zählen keineswegs nur außer- oder vorehelicher Geschlechtsverkehr, sondern auch Vergewaltigungen; ebenso wenn Töchter ihre Zustimmung zu einem bereits vom Familienoberhaupt ausgesuchten Ehepartner verweigern), muss mit härtesten Sanktionen belegt werden. Erst die „Entfernung“ des schädlichen, weil schändlichen weiblichen Mitglieds der Familie stellt die öffentliche Ehre wieder her. Öffentliche Schande und die Reputation der Familie / des Stammes, nicht der eigentliche Sachverhalt oder eigene Gefühle zu diesem bestimmen das Handeln des Betroffenen.(14)

Vereinfacht ausgedrückt, steht der private Raum für den Bereich des „Es“, während koranische oder gesellschaftlich vermittelten Ge- und Verbote – der öffentliche Ruf –, nicht eine im Lauf der Zeit internalisierte Moral – Gewissen –, sondern ein starres tradiertes Regelwerk und die Unmittelbarkeit des Kollektivs weitgehend die Instanz des Über-Ich ersetzen.
Das (männliche) „Ich“ erlebt so seine eigenen Triebe als ebenso externalisiert, wie die über ihn verhängte Kontrolle des Kollektivs, gegen das er nicht zu rebellieren vermag, da ihm ansonsten seine Ehre verlustig zu gehen droht. Elterliche Autorität, vor allem die Person des Vaters, stellt an erster Stelle eine Agentur kollektiven Verhaltens dar, die zudem aufgrund sozialer und ökonomischer Veränderungen an Bedeutung verliert. Der Ehrbegriff verbietet stärker noch als im Westen jede Auflehnung gegen den Vater oder andere Autoritäten. Dies mag zum Teil auch erklären, warum Jugendrevolten, die in anderen Teilen der sogenannten Dritten Welt stattgefunden haben, im islamischen Raum weitgehend ausblieben: Aggression richtet sich hier im Gegenteil regelhaft mit Unterstützung der Autorität gegen ein Außen. Man opfert sich für alte Männer, wie etwa die Jugend-Idole Yassir Arafat oder Sheikh Yassin, statt sich gegen sie aufzulehnen.
„Wie der djihad von außen durch den Unglauben an die umma herangetragen werden kann, so lauert er als innerer djihad in Gestalt der ständigen, metaphysischen Drohung durch die weibliche Versuchung. (…) Die Gefahr, die in der Frau personalisiert die gesamte umma beständig belauert, muß durch kollektive Maßnahmen wie Verschleierung, Entrechtung, Demütigung und Einsperren gebannt werden.“(15)

Sublimierung

Sexualität, die nicht Herrschaft, Kontrolle und Reproduktion dient, also nicht-männliche Sexualität bedroht das Ich im „Privaten“, während im Öffentlichen andere Formen der Sublimierung bekämpft und letztinstanzlich zerstört werden müssen. Denn Sublimierung würde das islamisch/arabische Ich auflösen, das ständig im Kampf gegen sein externalisiertes „Es“ und ein ebenfalls externalisiertes Über-Ich sich zu behaupten versucht. Jede Form der Sublimierung ist deshalb folgerichtig unter Islamisten strengstens verboten: Musik, Literatur und Kunst – außer sie dienen narzistischer Selbstdarstellung im Martyrium, dem suizidalen Selbstopfer – von Hedonismus oder Sexualität nicht zu sprechen. Neben dem Kampf, dem kollektiven Gebet und dem Ideal platonischer Männerfreundschaft darf nichts existieren, außer dem pathologischen Hass: „Wir lieben den Tod, Ihr liebt das Leben“.
Erst im Paradies, das aufs Martyrium, dem angestrebten Selbstopfer folgt, wartet dann jene Sexualität und Triebbefriedigung, der man im Diesseits sich mit allen Mitteln versagen muss. Der eingangs zitierte im Krankenhaus von Falluja aufwachende Djihadist, der die Krankenschwester für die ihm versprochene Jungfrau hält, kam, wie unzählige andere auch, in den Irak, um ins Paradies zu gelangen. „Die Kraft des Geistes zieht uns nach oben, während materielle Dinge einen nach unten ziehen. Wer fürs Martyrium bereit ist, wird immun gegen diese Zug nach unten“. Noch deutlicher als dieser palästinensische Suicide Bomber, dessen Mission fehlschlug, kann man es kaum ausdrücken. „Wir schwammen in dem Gefühl in die Ewigkeit einzutreten. (…) Es gibt andere Wege des Djihad. Aber dieser ist so süß – der süßeste.“(16)
Im orgiastischen Augenblick des Martyriums endet der Kampf, soll „Ich“ werden, wo „Es“ war, wartet die Frau, die nicht vom Teufel besessen ist, kommt die Erlösung, die auf Erden nicht möglich scheint. Zerstörung und Selbstopferung sind der Preis, der zu zahlen ist.

Umso härter gilt es das Teuflische in dieser Welt zu bekämpfen und alles zu vernichten, was die Gemeinschaft zu zersetzen droht. Und dies sind an erster Stelle die Juden, denn sie befreien, in den Worten des islamistischen Vordenkers Sayyid Qutb „die sinnlichen Begierden von ihren Beschränkungen und sie zerstören die moralische Grundlage, auf der der reine Glaube basiert.“ Deshalb auch seien Marxismus und Psychoanalyse jüdische „Erfindungen“.(17)
In den Juden werden all jene Kräfte am sinnfälligsten bekämpft, die einerseits den öffentlichen Raum, also die Welt des „Über-Ich“ angreifen und zu zersetzen drohen, andererseits sich die teuflischen Energien der Frau zunutze machen. „Die Charta der Hamas besagt, daß Frauen prinzipiell besonders anfällig seien, von den zionistischen Mächten des Westens verdorben zu werden.“(18) Nicht von ungefähr stufte der iranische Präsident Rafsanjani die Frauen, neben Israel und den USA als „oberstes Sicherheitsrisiko des Iran“ ein.(19)
Der djihad gegen die Juden, ihren Staat und den großen Satan USA richtet sich gegen das „Sicherheitsrisiko Frau“ und die jüdische Weltherrschaft zugleich: „Mit den Türmen des World Trade Centers sollte das kosmopolitische Völker-Babylon New York getroffen werden, die „große Hure“ aus der Sicht der Attentäter, (…) die mit ihrem schamlosen Materialismus und Hedonismus alles durchdringt und befleckt – und gerade auch das Intimste: die menschliche Sexualität mit ihrem Urbild, dem weiblichen Körper.“(20)

Sexualität und Liebe

Die arabische Psychoanalytikerin Sania Hamady spricht in diesem Zusammenhang vom „Leben als einem angstgesteuerten Test“, nur ständig und im Kollektiv Aufrecht erhaltene Aggressivität ermöglicht den Zerfall des männlichen Ich bis zur erlösenden Tat aufzuhalten.(21) Wie schwach dieses Ich, dass nur im identischen Kollektiv sich behaupten kann und in Anonymität untergehen will, ist, verdeutlichen die Bilder aus dem Irak: vermummte Gestalten präsentieren sich, ihre Identität und ihr Gesicht wird erst enthüllt (öffentlich gemacht), nachdem sie den Märtyrertod gestorben sind.
Die Gruppen, zu denen Islamisten sich zusammenschließen und in Zwangsritualen selbst bestätigen, werden, wie alle Männerbünde, ständig von eigener latenter Homosexualität bedroht, die um so aggressiver abgewehrt und gegen äußere Feinde gerichtet werden muss.(22) Nicht von ungefähr erfüllte Mohammad Atta augenfällig alle Klischees solch latent unterdrückter Homosexualität (sei es die Feminisierung des männlichen Körpers durch Entfernung jeder Körperbehaarung, oder die paranoide Angst, die eigene Leiche könnte von Frauen gewaschen werden).
Das Ideal der islamistischen Gruppe könnte als platonische Männerfreundschaft zum Tode bezeichnet werden, wobei diese Vorstellung von Freundschaft durchaus auf ältere traditionelle Konzepte von Liebe und Treue in der islamischen Gesellschaft zurückgreift und sie transformiert.
Ökonomische und politische Dauerkrise, der Zerfall herkömmlicher Lebensweisen (im Irak etwa lebten noch 1940 70 Prozent der Menschen auf dem Land, heute macht die städtische Bevölkerung 75 Prozent aus) und der Minderwertigkeitskomplex gegenüber dem scheinbar erfolgreichen Modell Westen, wirkt sich nicht nur auf den Ehrbegriff aus, sondern auf die Vorstellungen von Sexualität und Liebe im Allgemeinen.
Noch in den islamischen Gesellschaften des Mittelalters waren die sexuellen Verhältnisse konform zu der sozialen und politischen Machtstellung eingeteilt. Sexualität fand statt zwischen dem dominanten, freien Mann und den unfreien Anderen (Frauen, Prostituierte, Knaben, Sklav(inn)en, unterworfene Gegner). Gerade auch Knaben, als „Noch-nicht-Männer“ waren beliebte Sexualpartner, ohne dass sie dabei ihre (spätere) Zugehörigkeit zur Machtgruppe Männer verloren.(23)
Die Beziehung zwischen Geschlechts- und Sexualrolle in traditionellen nahöstlichen Gesellschaften spiegelt sich am deutlichsten an den erwähnten öffentlichen und privaten Rollen wieder. Erwachsene Männer, die im privaten Bereich ihre Frauen und Sklaven dominierten, kontrollierten ebenso den öffentlichen Raum. Sex mit Jungen oder männlichen Prostituierten machte sie zwar im privaten Lebensbereich im religiösen Sinn zu „Sündern“, doch beeinträchtigte dies keineswegs ihre öffentliche Position als Mann. Die Penentration eines erwachsenen Mannes kann die Hypermaskulinität des aktiven Parts sogar noch verstärken, symbolisiert sie doch seine Überlegenheit und Macht über den Passiven.(24)
So wurden im Kalifat männliche Eindringlinge im Harem den männlichen Sklaven zur Vergewaltigung überlassen, unterworfene Feinde zur zusätzlichen Erniedrigung penetriert. Auch heute werden in bewaffneten Konflikten, wie dem im Sudan, bevorzugt jungen Knaben vergewaltigt, teilweise von ganzen Gangs der Jannjawihd.(25) Überhaupt ist Pädarastie im gesamten Orient ein derartiges Massenphänomen, dass die Ethnologin Ingeborg Baldauf bei einer Studie in Afghanistan zu dem Ergebnis kam, das ca. 70 Prozent der männlichen Bevölkerung in pädarastische Handlungen involviert ist.(26) Mann-männliche Vergewaltigungen als Markierung der Macht treten zudem überdurchschnittlich gehäuft im Militär- und Gefängniswesen auf.
Während im bürgerlichen Westen Liebe, Sexualität, Intimität und Ehe idealtypisch als Einheit gefasst werden(27), fallen sie in islamischen Vorstellungen auseinander: Liebe ist vor allem ein – meistens nicht erfüllbares – Sehnen nach einer Frau (oder auch einem Knaben). Sie kann auch mit einer intimen, aber nicht sexuellen Freundschaft unter Gleichen einhergehen.
Liebe und Freundschaft sind also miteinander konnotiert, während es im Westen Liebe, Beziehung und Sexualität sind. Entsprechend kann die islamistische Gruppe Freundschaft so deutlich von Sexualität abspalten und sie verdrängen.
Denn die einzige Form von Sexualität, die gesellschaftlich den männlichen Ehrvorstellungen entspricht ist Dominanzsexualität, die zwar durchaus Gefühle zulassen kann, diese aber extrem über eine feste, veräußerlichte Rolle zu kanalisieren hat.
Schwul-Sein als Ausdruck nicht-männlicher Sexualität, bei der Liebe und Sex zusammenfallen und Passivität nicht als Schande wahrgenommen wird, muß deshalb dem islamistischen Mann, der selbst seine latente Homosexualität unterdrückt und auf äußere Objekte verschiebt, als ständige Bedrohung seines Ichs erscheinen, die mit allen Mitteln zu bekämpfen ist.
Für jene Männer, die im Nahen Osten ein sozial, ökonomisch und sexuell frustriertes Leben zu führen gezwungen sind, ohne bislang die Möglichkeit zu haben dies emanzipatorisch zu ändern, stellt der manifest Homosexuelle, der „Schwule“ im bürgerlich-westlichen Sinne, somit eine weitere ideale Projektionsfläche dar, die eigenen verkannten Gefühle oder Wünsche aggressiv zu entsorgen.
Schuld, im Sinne einer internalisierten Kategorie, fehlt weitgehend in dieser Selbstwahrnehmung und damit fehlt auch die Selbstinitiative, eigene Unzulänglichkeiten zu verändern. Männer, die wie Mohammed Atta alle Klischees der latenten Homosexualität erfüllen, wissen um ihre eigentliche Entmännlichung, die ihnen ihre frustrierte Sexualität tagtäglich in Erinnerung ruft. Terror wird so gleichzeitig zum „Ausbruch der eingesperrten sexuellen Wut“ und zum „verzweifelten und pathologischen Versuch der Re-Maskulinisierung des ent-männlichten Selbst.“(28)

Manns-Bilder

Nur mit Terror, der in Selbstvernichtung gipfelt, kann an dem überkommenen Begriff der Ehrhaftigkeit noch festgehalten, Aktivität und Männlichkeit im Sinne islamischer Tradition inszeniert werden.
Denn der arabische Ehrbegriff betont ja aggressives Machtstreben, phsysische Stärke, Tapferkeit und die Bereitschaft zur Gewalt. Das Dilemma wird nun offensichtlich: Seit Jahrzehnten bieten die desolaten Gesellschaften des Nahen Ostens, die in Diktaturen erstarrt sind und sich ökonomisch bei rasant wachsender Bevölkerungszahl in einer Dauerrezession befinden, keinerlei Betätigungsfelder mehr für diesen Ehrbegriff. Oftmals verunmöglicht die eigene ökonomische Lage es sogar Mittelstandsmännern vor ihrem 30. Lebensjahr zu heiraten. Studien der marokkanischen Soziologin Fatima Mernissi zufolge ist die daraus resultierende Sexualnot so groß, dass über die Hälfte aller von ihre befragten Männer regelmäßig Verkehr mit Tieren hatten.(29)
Die Bevölkerung des Nahen Ostens verdoppelt sich alle dreißig Jahre, so lebten etwa in Kairo um 1900 400.000 Menschen, heute sind es geschätzte 20 Millionen. Laut UN-Statistiken sind über 50 Prozent der Menschen im Nahen Osten unter 20 Jahre alt, ohne dass sich ihnen irgendeine tragfähige soziale oder wirtschaftliche Zukunft bieten würde. Selbst diejenigen, die ein Auskommen haben und nicht von Wohlfahrtszahlungen abhängig sind, finden größtenteils im unproduktiven und staatlichen Sektor Beschäftigung. Mehr als die Hälfte aller Ägypter arbeitet im staatlichen Bereich, das heißt vor allem in jener aufgeblähten Bürokratie, in der nicht Leistung, sondern unbedingte Loyalität als oberster Wert angesehen wird und über ein Fortkommen entscheidet.
Die von der Weltentwicklungsorganisation UNDP im Jahr 2002 über die Länder der arabischen Liga vorgelegten Statistiken sprechen Bände: Das Bruttoinlandsprodukt Spaniens ist größer als das aller arabischen Staaten zusammen.(30) Arabische Ökonomien sind nahezu ausschließlich auf Distribution und Konsumption ausgerichtet, einzig Ölrendite, Transferzahlungen und westliche Subventionen erhalten sie (noch) am Leben.
Von Produktivität kann deshalb keine Rede sein, aber auch die traditionellen Betätigungsfelder des arabischen Mannes, Kriege und Raubzüge zur Steigerung eigener Ehre und Mehrung des Wohlstandes, gibt es nicht mehr. Der Überfall Iraks auf Kuwait dürfte ein letzter Versuch gewesen sein, die tiefe Krise des Landes mit militärischen Mitteln zu beheben. Auch bietet Krieg, wie noch vor zwanzig Jahren, als etwa Ayatollah Khomeini eine ganze Generation junger Männer als Märtyrer in irakischen Minenfeldern verheizte, keine Abhilfe mehr, der wachsenden Zahl „zorniger junger Männer“ Herr zu werden. Die Zeit dieser Art zwischenstaatlicher Kriege scheint mit dem Blockkonflikt und seinen unzähligen Stellvertreterkonflikten vorerst vorbei.

Da die dem islamisch/arabischen Patriarchat zugrunde liegenden wirtschaftlichen und sozialen Strukturen sich also weitgehend aufgelöst haben ohne dabei, wie in Europa, zu einer graduellen Emanzipation der Frau beigetragen zu haben, führen patriarchale Strukturen ein gespenstisches Eigenleben und bedingen sich mit einer staatlichen Herrschaft, die ebenso dysfunktional geworden ist. Eine durch freie Konkurrenz bedingte Redefinition von Männlichkeit fand ebenfalls nicht statt.
Kurz, der Ehrbegriff ist obsolet geworden. Die überwältigende Masse der Männer ist zu Passivität verurteilt, hängt von staatlichen Alimenten ab, die nachwachsende Generation steht noch chancenloser da als ihre Väter. Wer je in arabischen Großstädten die Scharen junger beschäftigungsloser Männer gesehen hat, die an irgendwelchen Straßenecken herumlungern, denen zugleich aber die Freuden ihrer gleichaltrigen Geschlechtsgenossen in Europa oder Israel versagt sind, kennt dieses Dilemma aus eigener Anschauung.
Der islamistische Mann nun vermag weder den überholten Ehrbegriff, der den Kern seiner strukturell mißglückten Ich-Konstitution ausmacht, in Frage zu stellen, noch bieten sich ihm Formen gelungener Sublimierung, also bleibt als Ausweg nur ungehemmte Aggressivität: „Erst wenn die Welt in Flammen steht, können sie überglücklich im Feuer vergehen.“(31)

Männer, die den Weg des modernen Djihad beschreiten, sind keineswegs die Mehrheit in der arabischen Welt, sie stellen allerdings, und das macht sie so gefährlich, einen Idealtypus dar, der strukturelle Elemente islamischer Vergesellschaftung und Krisenreaktion konsequent zu Ende führt. Den islamistischen Apokalyptikern mit Verständnis für den arabischen Ehrbegriff entgegenzutreten, heißt sie in ihrem Tun zu bestärken. Nur eine radikale Veränderung der Strukturen, die diese Märtyrer hervorbringen, könnte langfristig Abhilfe schaffen. Dieser Prozess ist mit dem Wort Demokratisierung nur unzureichend gefasst.
Offenbar aber muss der initiale Anstoß für die notwendige radikale Veränderung arabischer Gesellschaften und Männlichkeitsbilder von außen kommen, eine strukturelle Veränderung von innen scheint nachhaltig blockiert. Der islamistische Haß, den auch nur der Gedanke an Veränderung auf sich zieht und die Wut mit der im Irak und anderswo Frauenrechtlerinnen, Liberale, Homosexuelle und all jene vom sogenannten Widerstand verfolgt werden, die im Verdacht stehen im Diesseits ein besseres und freieres Leben führen zu wollen, ist, so bleibt zu hoffen, zugleich Ausdruck dafür, dass zunehmend mehr Menschen im Nahen Osten die Verfasstheit ihrer Gesellschaften grundlegend in Frage zu stellen beginnen ohne sich nach dem „Delirium der Vernichtung“(32) zu sehen.
*) Christian Knoop, Soziologe, ist Mitarbeiter bei Wadi e.V. und forscht derzeit über zwischenmenschliche Sexualität und Geschlechterverhältnisse im Nahen Osten.
Thomas von der Osten-Sacken von Wadi e. V. (www.wadinet.de) ist Mitherausgeber des im Ca ira-Verlag erschienen Sammelbandes Amerika. Der „War on Terror” und der Aufstand der alten Welt.

Schreibweise lt Al Arabiya-homepage

Wie Christenhasser Mohammed II. Istanbul (Konstantinopel) eroberte

Quelle: http://www.akte-islam.de/3.html

Vergewaltigt, gepfählt, erschlagen: Wie Christenhasser Mohammed II. Istanbul (Konstantinopel) eroberte

Weiterlesen »

Haus des Islam und Haus des Krieges

“Haus des Islam“ und das „Haus des Krieges“ Ein Auszug aus dem Artikel

http://www.moritz-medien.de/75+M55418d298be.html


Warum der Scharia-Islam gegen die Menschenrechte steht: von Prof. E. Flaig

[...] Seit der islamischen Frühzeit teilen die moslemischen Juristen die Welt in zwei Teile, nämlich das „Haus des Islam“ und das „Haus des Krieges“. Weiterlesen »